Albrecht Heidelbach ist neuer Schulleiter der Drei-Burgen-Schule
VON WILLIAM ABU EL-QUMSSAN, HNA MELSUNGEN

 

Albrecht Heidelbach leitet nun die Felsberger Gesamtschule. Er möchte dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Schülern und Eltern setzen. Foto: William Abu El-Qumssan

 

Felsberg – Nach mehr als einem Jahr Vakanz und Vertretungen soll mit ihm nun wieder Ruhe einkehren: Albrecht Heidelbach ist seit September der neue Schulleiter der Drei-Burgen-Schule. Für den 55-Jährigen ist es die erste Schulleiter-Stelle, die er übernimmt. Doch in seiner Laufbahn als Lehrer hat der gebürtige Volkmarser (Waldeck-Frankenberg) an mehreren Stationen verschiedene Erfahrungen gesammelt, die er in Felsberg nun einbringen möchte.

Für Heidelbach steht eine nachhaltige Entwicklung der Drei-Burgen-Schule im Fokus. „Dafür ist es mir wichtig, nicht nur mit den Kollegen, sondern auch mit den Schülern und Eltern eng zusammenzuarbeiten“, sagt der 55-Jährige. „Ich habe zwar viele Ideen, aber die von oben herab einfach so umzusetzen, bringt wenig.“

Daher sollten alle Beteiligen mitgestalten können. Wichtig sei ihm auch, dass für die Drei-Burgen-Schule ein Leitbild geschaffen werde. Für den neuen Schulleiter sollten vor allem Selbstbestimmung und Demokratie an einer Schule großgeschrieben werden. Beim Tag der offenen Tür vergangene Woche habe er bereits eine Art Aufbruchsstimmung bemerkt – 100 Beteiligte hatten den Tag mitorganisiert.

Außerdem nennt er den kulturellen Austausch als einen Punkt, den er stärken möchte, vor allem durch Sprachreisen. Da habe die Schule mit Verbindungen nach Italien, Spanien und anderen Ländern sowie den Erasmus-Projekten schon einige Angebote für die Schüler. „Gerade in diesen Zeiten gibt es wenig Wichtigeres als den kulturellen Austausch. Von 460 Schülern haben wir mittlerweile 40 Schüler aus der Ukraine“, sagt der Schulleiter dazu.

Generell habe sich Schule in den vergangenen Jahren gewandelt. „Die Schüler haben sich durch die Pandemie verändert. Da fehlen zwei Jahre Sozialisierung“, erklärt Heidelbach. Durch Migration und Inklusion gebe es nun noch mehr Niveau-Stufen an den Schulen. „Das sind Herausforderungen, an die man mit Mut herangehen muss.“

Er gibt aber auch zu Bedenken: „Jede Schule muss ihren eigenen Weg finden.“ Abkupfern von anderen Schulen hält er für die falsche Herangehensweise. Und andere Schulen hat Heidelbach schon einige kennengelernt. Nach dem Studium in Kassel und Göttingen in den Fächern Religion und Sport machte er sein Referendariat in Homberg an der Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule. In Lichtenau (Westfalen) unterrichtete er an einer Hauptschule und in Borken an der Gustav-Heinemann-Schule. Erste Erfahrungen als Teil der Schulleitung sammelte er in Zierenberg als Gymnasialzweig-Leiter und in Großalmerode als stellvertretender Schulleiter.

Zwischenzeitlich hatte er auch mal einen Lehrauftrag am Goethegymnasium in Kassel, wo er selbst sein Abitur machte. Aus Schulzeiten kennt er auch Andres Hellemann, den Leiter der Heiligenbergschule in Gensungen. „Wir kennen uns gut und wohnen heute auch im selben Ortsteil von Ahnatal“, verrät Heidelbach. Aufgewachsen ist der 55-Jährige in der Kasseler Nordstadt.

Privat lässt es Heidelbach seit Corona etwas ruhiger angehen. Früher spielte er noch Tischtennis, heute geht’s zum Golfen an den Twistesee. Der Schulleiter ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder – „alle sind im Bildungssektor unterwegs“, sagt er schmunzelnd. Für Urlaub zieht es ihn in Ski-Gebiete oder nach Holland an die Nordsee.